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Fritz Bauer

Am Donnerstag waren wir bei der Premiere des Films „Fritz Bauer- Tod auf Raten“ im Zuge des „Ueber Mut“ Filmfestivals. Ein Dokumentarfilm, der neben den Errungenschaften eines Juristen wie Fritz Bauer vorallem die Probleme benennt, die in der BRD Nachkriegzeit, einem „Ankläger der Epoche“ zu schaffen machen.

Der Hauptverdienst des Films besteht mit Sicherheit darin, an die braune Vergangenheit der BRD zu erinnern, ganz nebenbei auch an einen jungen CDU-Politiker namens Helmut Kohl, der 1962 als Historiker gegen Bauer auftrat und erklärte, man könne sich noch kein objektives Urteil über den Nationalsozialismus bilden. Dies 17 Jahre nach dem Untergang des Dritten Reichs! 1982 wurde Kohl deutscher Bundeskanzler.

Auch Ernst Achenbach wird erwähnt, FDP-Abgeordneter und ehemaliger Nazi, wie viele in dieser Partei. Wenn man sich vor Augen führt, dass quasi der gesamte braune Justizapparat in der Justiz der BRD aufging bis hin zum Ersten Präsidenten des Bundesgerichtshofs, ebenfalls ein ehemaliger Nazi-Richter, ist das alles einfach ungeheuerlich. (Bernd reinhardt auf wsbs)

1903 in einer deutsch-jüdischen Familie geboren, war Bauer als 27 jähriger jüngster Anwalt Deutschlands. Doch dann kam der Wandel- er verlor seine Anstellung und war einige Monate im KZ Heuberg, bevor er nach Dänemark und dann nach Schweden fliehen konnte. 1949 kam Bauer nach Deutschland zurück und widmete sich der juristischen Aufarbeitung der Nazi-Verbrechen- geführt hat sein Engagement zum Beginn einer gesellschaftlichen Aufarbeitung.

Neben einer Reihe von anderen Prozessen in Braunschweig hat vorallem einer national wie international große Aufmerksamkeit erregt. Der so genannte „Remer Prozess“. Indem er es schaffte den Vorwurf Remers- die Attentäter vom 20.Juli 1944 seien Vaterlandsverräter- zu widerlegen, rehabilitierte er nicht nur die Widerstandskämpfer, sondern zwang das Gericht, das NS-Regime als Unrechtsregime anzuerkennen.

Bauer war es auch, der massgeblich zum Zustandekommen des Eichmannprozesses beigetragen hat. Anstatt an die deutschen Behörden – durch die Amnestiegesetze 1949 und 54 waren sehr viele Nazi-Beamte wieder im Dienst, die Eichmann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gewarnt hätten- wandte sich Bauer direkt an Israel.

Als Chef der Anklagebehörde in Frankfurt war er ausserdem massgeblich am Zustandekommen und am Verlauf der Ausschwitzprozesse(1963/65 & 65/66 & 67/68) gegen Mitglieder der Lagermanschaften des KZ Ausschwitz beteiligt. Nach 183 Verhandlungstagen war der erste Prozess mit sechs lebenslänglichen Zuchthausstrafen, einer Jugendstrafe von 10 Jahren und zehn weiteren Freiheitsstrafen abgeschlossen. 2 weitere folgten.

Ein weiterer großer Prozess gegen die „Schreibtischtäter der Euthanasie“ war schon in Vorbereitung, als Bauer 1968 plötzlich verstarb. Einige reden von Selbstmord, andere von Mord- die Justiz scheint sich diese Frage nicht gestellt zu haben- es gab keine Untersuchungen und auch keine wie normalerweise bei bedrohten Personen übliche Obduktion. (Hmmm…)

Was hat Fritz Bauer doch gleich einmal zu sich gesagt?!

„Wenn ich mein Dienstzimmer verlasse, betrete ich feindliches Ausland“ .

2 Antworten

  1. […] auch gewöhnt uns es lieben gelernt. Dieses Bild (von links- Linn, Felix und ich) wurde bei der Fritz Bauer Premiere […]

  2. […] als Champions der Aufarbeitung“- ich bin hier schon auf den Fall und das Leben von Fritz Bauer eingegangen, der es als Jurist mehr als schwer mit juristischer Aufarbeitung hatte. Eine kurze […]

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