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Grenzübertritt No1

… auf Schnüffeltour durch Ramallah.

Spätestens in dem Moment, als wir den Checkpoint im Bus passierten, war klar- das hier hat nichts mehr mit Israel zu tun. Allein der Strassenverkehr würde ausreichen, um jeden Westler an die Decke zu treiben. Ein ständiges Hupen, mehrere Autos auf einer Fahrbahn, eher werden hier Verkehrsregeln an die Autofahrer angepasst, als andersherum. Denn hier kommt das arabische Machogehabe in seinen ganzen Ausmaßen an die Oberfläche. Ich bin der King, mir gehört die Straße. Und das denkt jeder. Kreisverkehre können da schon einmal geradeaus überquert und eine Einfahrt zur Ausfahrt werden. Solange das Ego groß genug ist, passiert schon nichts. Und wenn doch- wer hat nicht Lust auf einen Hahnenkampf.

Nach ungelogen einer kompletten Stunde waren wir dann endlich da. Es sind 25 Km von Jerusalem nach Ramallah. Und die Stunde ist gezählt, nachdem wir den Checkpoint passiert hatten. Das war im Bus übrigens einfacher als erwartet- ein arabischer Linienbus der hier „Sherut“ genannt wird. (Achtung: Nicht zu verwechseln mit „Sherutim“- das sind nämlich die Toiletten)

Mitten im Leben in einer arabischen Stadt. Alle sind angenehm entspannt auf der Strasse unterwegs. Ein bisschen chaotisch für den deutschen Touristen vielleicht- aber auf eine sehr erfüllende und warme Art und Weise. Es riecht nach Gewürzen, 2 Meter weiter eine der vielen gerauchten Shishas (ein Erkennungsmerkmal von arabischen Städten auch innerhalb Israels) , Gemüsehändler auf der Strasse, ein Mann mit einem was-auch-immer auf dem Rücken:

Ein Mann und Blumen

Ein Mann mit Blumen in der Innenstadt

 

Ein typischer kleiner Laden (inklusive Shisha)

 

Leider habe ich kein Foto gemacht von dem sehr kleinen Lädchen, in dem wir dann dem Drang erlegen sind, Gewürze zu kaufen. Nicht wie die Araber in Kilotüten, sondern nur einmal zum Probieren. 20 Gramm des Lila-Zeugs, 30 Gramm Koriander, ein kleiner Beutel halb voll mit Zimt, ein paar Nelken, Minze und Salbei- insgesamt habe ich sage und schreibe 8 Schekel für alles zusammen passiert. An die Blicke musste ich mich allerdings erst gewöhnen- man sieht wohl nicht so häufig 4 Ausländer, die sehr angeregt in einer fremden Sprache diskutieren, was für ein Gewürz denn so schön blau/lila etc ist!

Banen(stamm)

Ganz tolles Gemüse und Obst gab es dann auch- wie hier zu sehen. Der Markt war echt toll! Und wir sind weitergegangen- je länger wir da waren, fiel mir immer mehr auf wie warm, tolerant diese Stadt sich anfühlt. So lebendig, so jung, so liberal. Vielleicht das Tel Aviv Palästinas. Auf jeden Fall eine wesentlich leichtere Athmosphäre als in Jerusalem. Nur eines sollte man lassen- hebräisch ist ein No-Go hier. Der Blick hätte töten können beim Bedanken für den Wirklich leckeren Fleischspieß! Shukran anstatt Toda also!

Ein Strassenbild

 

Der zentrale Platz mit der zentralen Forderung! Ein Staat!

Weiter erwartete uns die nächste Überraschung. Ich weiß nicht einmal warum das eine Überraschung war, aber irgendwie habe ich die arabischen Christen nicht auf der Rechnung gehabt. Auf israelischer Seite hatte ich sie komplett ausgeblendet. Israelische Araber waren ausschließlich Muslime für mich. Und bei den Palästinensern habe ich sie unterschätzt. Und nun standen wir vor diesem Laden:

Die tollste Vorweihnachtliche Überraschung!

Und dann war der halbe Tag auch schon vorbei. Auf dem Zentralen Busbahnhofparkplatz mit tausend Tüten angekommen, schockten uns dann ein paar Arabische Mitzwanziger- den letzten Bus nach Jerusalem hätten wir verpasst. Ich musste erst einmal lachen- das konnte ja nur uns passieren und freute mich schon ein wenig auf das Kommende Abenteuer, da kam der Bus dann doch.

Der brachte uns zum Checkpoint, da standen wir dann etwa 20 Minuten in einem Gang Käfig bis wir dann endlich unser Gepäck durch den Scanner schicken konnten (es ist übrigens verboten „seine Hände in den Scanner zu schieben“). Ausgerüstet mit Visa im deutschen Pass war das alles kein Problem. Die Soldatin hinter der (Plexi)Glasscheibe hat übrigens gerade telefoniert!

Der "Gang" endete an einer Drehtür

Ja das war mein erster Ausflug nach Ramallah- weitere werden folgen!

Bye Ramallah (fürs Erste)

 

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