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Der biblische Zoo

Am letzten Shabat sind Wanda und ich in den Zoo gegangen. Weil- erstens wir hatten Zeit und viel kann man ja nicht am Shabat tun und zweitens- er wurde uns empfohlen und sollte ein echt toller Zoo sein.
Ich habe also, wieder einmal, bei Wanda geschlafen und dann sind wir pünktlich eine Stunde zu spät von Talpiot in die Nähe der Malha Mall gelaufen, wo sich der Zoo befindet. Ein bisschen durch Beit Zafafa- ein arabischer Stadtteil- wo auch dementsprechend viel los war und wir uns bei Temperaturen von 20 Grad im Schatten plus Sonnenschein erst einmal ein Eis gekauft haben. Das erste in diesem Jahr, aber nicht das letzte an diesem Tag. Wir sind weiter und waren um 14 Uhr im Zoo. Der Eintritt war recht hoch, aber die Erwartungen an den Zoo haben sich übertroffen:

Viele viele sehr lebendige Tiere- meistens anständig große Käfige, und immer stand an den Beschreibungen dran, dass die meisten dieser Tiere entweder bedroht sind, wieviele Individuen es noch gibt und warum sie vom Aussterben bedroht sind. genauso gab es auch eine Arche Noah, in der in einem zeichentrickfilm dargestellt wurde, wie sehr der Mensch seine Erde und die Tiere zerstört und ausrottet und wie sehr das gegen Gottes Willen ist. Insofern hat dieser Zoo nicht nur sehr schöne tolle Tiere zum Bestaunen, Anfassen und sogar Füttern, sondern versucht auch auf die Ausrottung dieser Tiere Aufmerksam zu machen:

Die erste Station ist ein überdachtes Haus mit einer Reihe von terrarien und Aquarien für gestalten wie diese:

Der Frosch made by Wanda

dann ging es weiter- zu den vielen vielen Vögeln und papageien- neben normalen Käfigen hatten sie auch ein frei begehbares „haus“. Dort habe vielen Eltern die Kinder dabei fotografiert, wie sie die papageien fütterten. Für wen das wohl mehr Spaß war?

tolle Tiere

Papagei zum Füttern der zweite

einer der größten papageien der Welt

Sehr informativ immer diese Schilder- und ein echter gerechter unter den Völkern dieser Papagei!! ich habe in einem Zoo noch nie so viele Schilder gelesen wie hier! Wir sind dann also weiter, zu den Affen:

Fast hätte ich den kleinen Pinguin vergessen- die Haltung, einfach nur köstlich:

Der Pinguin by Wanda

Letztendlich kamen wir dann zu dem großen Freigehege für alles möglichen größeren vierbeinigen tiere: Giraffen, Elefanten, Nashörner, Nilpferd, Antilopen etc.

Und so weiter, wir kennen das ja. leider hat der Zoo danach zugemacht. Wir hatten aber das Glück, dass uns einer der Wärter von dort aus mitgenommen hat, wie er dann diese Tiere in die Käfige gebracht hat und so standen wir Auge in Auge mit Nashörnern- die konnten uns leiden, denn es waren Männer. Wurden argwöhnisch von den Giraffen verfolgt, denn es waren Weibchen und haben Straußen beim Essen aus 30 Zentimeter Entfernung zugeschaut. Ich glaube, so etwas passiert nur in Israel!

Er hat uns dann mit seinem vierrädrigen kleinen Auto mitgenommen, und uns fast bis zum Ausgang gefahren! Ein sehr toller Tag. Und als ob das alles noch nicht genug gewesen wäre, haben wir dann dieses Prachtstück auf einem parkplatz gesehen und mussten einfach abdrücken:

Den rest kann man eigentlich vergessen. 1 Stunde warten auf das Ende des Shabat um in der malha mall etwas zu essen, eine weitere Stunde damit die Essensläden aufmachen. Dann lasagne nehmen, weil der Asiate noch länger gebraucht hätte. Wie sauer die Lasagne geschmeckt hat und wie man vor lauter Soße die lasagnenblätter weder gesehen noch geschmeckt hat. Wie wir es dann zurückgegeben haben. Wie ich beim Versuch es zurückzugeben meine Lasagne auf die anderen ausgestellten Lasagnen werfe (tja das kommt davon), fast einen lachkrampf bekomme, und wie wir dann Pizza als Ausgleich bekommen. Die natürlich auch nicht besonders gut war!

Ein sehr toller Tag!

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Eine Achterbahnfahrt der Gefühle

An alle, die wissen wollen, wie es mir geht:

Jerusalem am Tag im Januar

2 Stunden später

Und dann abends so:

Ergo: Ich will Frühling. Aber flott!

Warum am Ende des Geldes…

noch soviel Monat übrig war! ( Stand 15.Novemeber Geld- 450 Schekel von 1900)  Oder Best of Jerusalem!

Wenn ich diesen Monat beschreiben müsste- nach dem „Ankommen und Einleben“ im Oktober war jetzt im November „Jerusalem(Er_Innen) kennenlernen“ an der Reihe! Ich glaube, ich war ganz erfolgreich! Nächsten Monat gehts daran, Jerusalem zu festigen und hebräisch auf Vordermann zu bringen und hoffentlich auch den arabischen Teil besser kennenzulernen! Es wird, es wird! 

Hier meine Top 10 des Monats:

1) 30 Minuten vorher haben wir uns beim Anstehen für die neue Busfahrkarte Jerusalems kennengelernt- dann gingen wir Essen in den vielleicht besten Humus Place in Jerusalem. Seitdem mein Lieblingsessensplatz für Herzhaftes im Zentrum Jerusalems. Ein Menue mit 2 Pitas, Tomaten Gurken Zwiebeln, 3 Falafel und Humus kostet 22 Schekel!Das „Ben Sira“, in der gleichnamigen Strasse direkt um die Ecke des Siras an der Yaffo Street. Sehr verführerisch! Danke Ulrike!

2) Der vielleicht beste „belgische Waffelmann“ in Jerusalem. Der liebe Sivan hat es mir gezeigt, nun bin ich abhängig. In den letzten zwei Wochen zwei mal eine Waffel mit Apfelmus-Schlagsahne und Tiramisu-Schococreme. Super kleiner, toller Laden, immer voll- nette Leute, wenig Touristen, klasse Athmosphäre. „Babette“ in der Shamai Street, 2 Minuten von der Yaffo.

3) Das Kadosch- französisches Flair, tolle Kuchen und Gebäcke. Dazu noch ein Bier und der Abend ist gut. Die Kellner waren toll. Ein netter Abend mit Jeremy und Matthias nach unserem ersten Ulpan Abend beim Kartentricks bestaunen. Immer wieder gerne!

4) Das Sira- die Tanzkneipe to go in Jerusalem. Bzw. einfach die einzige, in der ich bisher war. Verraucht, abgefuckt, man trifft immer Deutsche dort, Biergläser wechseln die Besitzer genauso wie Zigaretten und anderes Rauchbares. Electrosounds und alternativ- linkes Publikum verstärken den Eindruck- bin ich noch in Jerusalem?!

5) Essen und Wein. Zwei mal diesen Monat habe ich Besuch bekommen hier- zwei mal wurde sehr gut gekocht und es gab Wein dazu! Danke Clara und Joana, das waren immer sehr tolle Abende! Ich weiß nicht, warum ich das nicht schon vorher für mich entdeckt habe! 🙂 P.S.: Davor natürlich auf dem Shuk einkaufen!

Joana & Me

6) Das „Avraham“- neben dem Abraham Hostel direkt an der Yaffo gelegene Musikkneipe, in der kleinere Bands auftreten. Ich kann sowohl die heiße Schokolade als auch die Bruschetta empfehlen. Zum Quatschen empfiehlt sich diese Kneipe aber nur, wenn man schreit oder gerade niemand spielt. Kleine unbekannte, aber um nichten schlechte Künstler!

7) Endlich da gewesen und für klasse empfunden- das „Hakassetta“. Eine winzige Kneipe, auf der anderen Seite des hauses, wo auch das Uganda ist. Da das Uganda ja schon als „trendige Kneipe“ in vielen deutschen Reiseführern steht, eine wirklich gute Alternative. Vorallem mit weniger Deutschen, dafür mehr Bezalel Studenten (israelische Künstler). Durch die weniger als zwei Räume kommt man ganz schnell ins Gespräch!

8) Von vielen empfohlen, heute habe ich es endlich ausprobiert- das „Makaria“.  Auch in der (wie sollte es auch anders sein) Nähe der Yaffo Street. Relativ abgefuckt/alternativ aussehender Ort- ausgezeichnete Suppen, serviert mit Weißbrot (aber gutem) und Pesto. Das Geschirr/Inventar zusammengesammelt, hier und da fehlt ein Henkel an einer Tasse, einfaches Mobiliar; könnte aus einer ASF WG stammen alles- ebenso gemütliche, offene und lebendige Athmosphäre! Mit Or habe ich mich da getroffen, primär um über das ASF Sommerlager nächstes Jahr zu reden- jetzt sind wir Tandempartnerinnen!

9) Das Jerusalem Theatre- auf Einladung von Wanda waren wir bei Bachs „Der Streit zwischen Phoebus und Pan“. Freiwillige haben wohl öfter mal freien Eintritt. Bis jetzt war das immer an einem Montag- da habe ich Ulpan, aber irgendwann werde ich das bestimmt wieder machen!

10) Israel Museum- trotz des Rauswurfs nach 14 Uhr (kurz) vor Shabbatbeginn, Unbedingt einen Besuch Wert. Eine Austellung über die Sandkunst von Michel Ullmann war sehr sehr gut und die eigentliche Ausstellung werde ich bestimmt noch irgendwann sehen- in den ersten drei Dezemberwochenenden soll es (laut Wanda) weniger bis garkein Eintritt kosten! (Tag des offenen Museums mässig, nur über drei Wochenenden…) (und ja, keine Ahnung, wann wir vor Shabbat da wieder rausgeschmissen werden, kommt wie so ziemlich alles hier, auf nen Versuch an)

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wir sehen uns! 🙂

Israel-Unzensiert

Israel- das heißt endlich einmal das deutsche Herbstwetter verpassen, heute hat es wieder einmal geschüttet, gedonnert und geblitzt. Ich bin völlig durchnässt nach Hause gekommen- werde mir einen Regenschirm kaufen! Laut dem Bekannten einer Freundin soll es seit 20 Jahren nicht mehr so viel geregnet haben.

Cut

Wir sitzen im „Avraham“. Eine Musikkneipe in Westjerusalem- draussen warten Ultraorthodoxe auf den Bus nach Hause. Die Kneipe ist voll, die Stimmung ausgelassen. Der Sänger fragt zwischen zwei Liedern, wer denn überhaupt hebräisch spricht. Zwei Hände gehen in die Höhe. Er lacht und spricht weiter- auf hebräisch.

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Die Knesset diskutiert ein Gesetz, das ausländische Spenden an liberale israelische NGO’s einschränken soll. Meine Aufgabe im Jerusalem Open House ist es, deutsche Spender zu finden.

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18 von 24 meiner Schüler in der ersten Klasse sprechen nur arabisch. Um mich besser verständigen zu können, habe ich jetzt einen hebräisch Sprachkurs begonnen.

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Juden nehmen von vornherein an, ich wäre Christin, Araber fragen argwöhnisch, ob ich Jüdin bin. Wenn ich sage, dass ich nicht an Gott glaube, dann schauen alle entgeistert und verstehen die Welt nicht mehr.

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Die Ausstellungseröffnung für „Avant garde- jüdische Künstler aus Rumänien“ vom IsraelMuseum beginnt am Freitag um 12 Uhr. Um 14 Uhr werden wir herausgeworfen- Shabbat.

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Ein Kilo Äpfel kostet umgerechnet 3 Euro. Ein Kilo Gurken bekommt man schon für 40 Cent.

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Meine jüdisch-arabische Schule begeht keine jüdischen und muslimischen Feiertage sehr groß. Ich soll den Weihnachtsabend mit den Eltern meiner Klasse organisieren und die Schule weihnachtlich dekorieren.

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In der Guatemala haben wir momentan kein Warm Wasser- am Wochenende waren wir in Nahariya. Die Freiwilligen dort begrüßten uns mit „Ach übrigens müsst ihr kalt duschen hier- der Boiler ist kaputt“.

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Auf der Suche nach einem guten Wein vor dem Besuch meiner alten Dame gehe ich in ein Weinladen bei ihr Um die Ecke. Stellt sich heraus, der Inhaber ist der beste Kumpel des Wächters meiner Schule- er lädt mich ein, mal ein jazzkonzert einer seiner bands zu besuchen- Chitola. Der Wächter ist der Sänger mit der souligen Stimme:

 

 

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Feiern auf israelisch: 50 Schekel macht ein Bier und ein paar mal Nippen, zwei Shots, ein paar Gläser Wein und ein Schnapps bei einer Feierbekanntschaft zu Hause und die Taxifahrt wieder nach Hause.

Das ist Israel… to be continued

Ulpan 2.0

Neuigkeiten- seit dieser Woche mache ich einen weiteren Ulpan Kurs hier in Israel. Das mit dem „Ich lerne jeden Tag eine halbe Stunde hebräisch“ hat sich nämlich als super Vorsatz erwiesen. Leider bin ich zu faul, um mich alleine hinzusetzen. Jetzt zwingen mich also 340 Euro, auch wirklich zu diesem Kurs zu gehen. Montag und Mittwoch abends zwischen 17:10 und 19:40. Bis Februar.

Vielleicht war der ausschlaggebende Punkt, dass ich mich immer noch nicht vernünftig unterhalten kann mit den Kids auf Arbeit. Vielleicht aber auch die Winks mit dem Zaunpfahl anspornenden Kommentare meiner Lehrerkollegen- Fannys(meine Vor-vorgängerin) hebräisch war einfach das Beste. In jedem Fall- ich mache den Sprachkurs!

Ein bisschen schade ist nur, dass ich dann die 150 Euro Zuschuss von ASF in den Wind schlage- der wäre nämlich für den ArabischKurs. Aber hey, man kann nicht alles haben und nur um der 150 Euro willen mir jetzt noch einen Arabischkurs antun, neee, soviel Freizeit habe ich dann doch nicht.

Am letzten Mittwoch war ich dann das erste Mal beim Kurs und hatte doch prompt das richtige Buch mit- das stand hier noch in der Wohnung rum. Vielen vielen Dank liebe Vorgänger, die dieses Buch benutzt und dagelassen haben. Wegen euch kann ich diesen Monat ein mal mehr weggehen 🙂

Das Ulpanbuch der Guatemala!

Meine Sprachlehrerin ist 54 jahre alt und macht das seit 20 Jahren, da bin ich also gut aufgehoben. In der Gruppe bin ich (mal wieder!) das Nesthäkchen- ansonsten sind da ein paar Studenten, ein paar ältere Arbeitende, ein paar Palästinenser und ein paar Rentner. 15 Leute insgesamt. Organisiert übrigens von dem „Hebrew Union College“, einer privaten Organisation, aber sie soll wohl sehr gut sein. Mal schauen, wie gut 🙂
Auf ein gutes Lernen! Ich sags euch, in ein paar Monaten, könnte ich sogar Gespräche auf hebräisch führen!

Meine Arbeit- die Schule (Teil 1)

Jaaa, ich arbeite wirklich schwer zu glauben? Für mich momentan auch. Aber sind auch nur noch zwei Wochen, dann habe ich wieder eine Woche muslimische Feiertage 🙂 I love my school^^

Ich arbeite in der
„Max Rayne School A Hand in Hand School for Bilingual Education in Jerusalem“

Das Eingansschild- so in etwa sehen alle Aufschriften aus! 😉

Die Fakten

Diese Schule ist die größte Zweigstelle des “Hand in Hand”(hebr. Yad be Yad) Projektes in Israel. Weitere Ableger gibt es in Haifa(Kindergarten und Grundschule) und Beersheva(Kindergarten) und in Galiläa. Der Schulkomplex hier in Jerusalem beinhaltet einen Kindergarten, eine Grundschule, eine Mittelschule und eine Gymnasialstufe! Insgesamt 530 Schüler und Schülerinnen- vom Kindergartenkind bis zum Abiturient- lernen und leben zusammen Toleranz. Das Ziel dieses Projektes ist es nämlich eine Verständigung zwischen jüdischen und arabischen Israelis durch eine gemeinsame Schulzeit mit allen Kulturen, allen Identitäten, allen Religionen und beiden Sprachen zu schaffen. Hier sitzen dann also christliche arabische Israelis, jüdische Israelis mit all ihren Migrationshintergründen und muslimische arabische Israelis gemeinsam in einer Klasse.
Die Max Rayne Foundation übrigens war der Geldgeber für das Gebäude des neuen Gebäudes! Daher der Name.

der Gebäudekomplex

Warum die Schule so einmalig ist bzw. ein Einblick in normale israelische Schulen

Wikipedia formuliert es positiv:

Das (israelische) Schulsystem ist auf die multikulturelle Bevölkerung abgestimmt. Es gibt unterschiedliche staatliche Schulen, deren Lehrplan an spezielle Gesichtspunkte, wie Sprache und Religion der Schüler, angepasst sind. Der kleinere Teil der israelischen Schüler besucht Privatschulen, die unter der Schirmherrschaft religiöser und internationaler Organisationen arbeiten.

Gut gemeint ist es schon, schließlich möchte man in einer multikulturellen Gesellschaft auch alle Identitäten bewahren und lehren; nur findet das hier anscheinend alles in exklusiven Schulen statt- extra Schulen für (Ultra)Orthodox-Jüdische Israelis, russisch-jüdische Israelis, Ethiopisch-jüdische Israelis, amerikanisch-jüdische Israelis und so weiter und so fort und Araber. Jeder kocht sein eigenes Süppchen, jeder hat seine ganz eigene völlig korrekte Wahrheit und baut sich sein eigenes exklusives Weltbild. Das erste, was das ganze wieder aufbrechen kann, ist dann ironischerweise der Armeedienst. In diesem verrückten Land trägt die Armee wirklich zu Toleranz und einem friedlichem Miteinander bei. Zumindest unter denen, die dienen- die beiden größten Gruppen, die nicht dienen sind dementsprechend auch die, die am meisten Probleme mit dem israelischen Mainstream haben- Araber und Ultraorthodoxe. Nur der vollständigkeitshalber- beide Gruppen sind auch vom Armeedienst befreit. Das ist auch gut gemeint, Araber für den jüdischen Staat zum Kampf gegen andere Araber zu verpflichten, hört sich irgendwie genauso wenig kosher an, wie sehr Religiöse Menschen in ihrem Glauben einzuschränken und zum Dienst and der Waffe zu verpflichten.
Wie dumm nur, dass gut gemeint noch lange nicht gut ist!

Das Yad beYad Projekt versucht diesen multikulturellen Aspekt der Gesellschaft anders zu bewahren, nämlich durch ein Zusammenleben und lernen und einem aktiven Auseinandersetzen mit „dem Anderen“, vor allem bezogen auf die beiden großen Gruppen von Juden und Arabern!

Das Prinzip

Das Logo des Hand in Hand Projektes

dafür ist eigentlich leicht erklärt- es gibt einfach alles doppelt. Es gibt einen jüdischen und einen arabischen Direktor, einen jüdischen und arabischen Hausmeister, einen jüdischen und einen arabischen Kunstlehrer, jüdisch und arabische Sportlehrer, pro Klasse gibt es zwei Klassenlehrer (einen jüdischen und einen arabischen) und alle Aufschriften gibt es in, wer hätte es gedacht, hebräisch und arabisch (und englisch). Zu den Klassenlehrern muss ich noch sagen, dass sie nicht ihre Klassen behalten über mehrere Jahre wie in Deutschland, sondern dass sie in ihrer Klassenstufe bleiben und dadurch spezialisiert auf den Stoff der einzelnen Klassenstufen sind, aber die Schüler jedes Jahr wechseln.

Im Prinzip ist der Unterricht in Stunden mit den Klassenlehrern parallel auf hebräisch und arabisch und wenn es nur einen Lehrer gibt, dann unterrichtet der Lehrer in seiner Muttersprache. In den oberen Stufen ist es dann teils auch so, dass die Schüler mit dem gleichen Buch, aber jeder in seiner Muttersprache arbeitet. Insgesamt ein Riesensprachengewusel! 🙂 Und bei politischen Themen versuchen die lehrer vorher erst einmal untereinander zu diskutieren, um dann gemeinsam eine Linie für diese Diskussionen zu haben. Morgen Abend zum Beispiel treffen sich die Lehrer, um über Gilads Freilassung zu sprechen- da das Bildungsministerium eine Anfrage an alle Schulen geschickt hat, dass das besprochen werden soll. Und der Geschichtsunterricht- ich kann es mir eigentlich nicht vorstellen, aber alle sagen mir, dass im Unterricht über „israel“ ein jüdischer und ein arabischer lehrer zu einem geschichtlichen Zeitpunkt beide Perspektiven lehren und erklären und diese dann vergleichen. Das muss ich mir definitiv einmal anschauen später, wenn ich das ganze dann verstehen kann!

Wie das Prinzip in der alltäglichen Praxis aussieht, das werde ich dann bestimmt auch im Laufe des Jahres mitbekommen! 🙂

Vielleicht noch kurz. Weil es eine jüdisch-arabische Schule ist, läuft auch einiges wie Ferien und Schulzeiten anders als in anderen Schulen:

Die Unterrichtszeit in normalen staatlichen israelischen Schulen geht von ca. 8 Uhr bis 13:30! Hier bis 15:30, weil man möchte, dass die Kinder möglichst lange miteinander spielen, essen, lernen und leben. Die Zeit zwischen 13:30 und 15:30 wird dann aber nicht mehr aus öffentlichen Mitteln finanziert, sondern von den Eltern, was diese Schule zu einer Art halb-privaten halb-öffentlichen Schule macht.

Heute erst musste ich erfahren, dass Yad beYad nicht mehr Ferien hat, als andere öffentliche Schulen auch, sondern dass die Zeiten einfach nicht nur auf jüdische, sondern auf jüdische, muslimische und christliche Feiertage verteilt sind.

Soweit also erst einmal generell zu meiner Schule! Was ich da genau mache, kommt dann später! 🙂

Yom Kippur Spaziergang

Heute Morgen saßen Katrin (eine der Mitbewohnerinnen) und ich erst eine Weile auf unserem Dach, doch dann hat uns die Neugierde gepackt. Was ist an Yom Kippur in Kiryat Hayoval und Umgebung los?

So sind wir losmarschiert, mit Sack und Pack und einer Kamera und haben uns das Treiben angeschaut. Über Kiriat Menahem ging es zum Hadassah Krankenhaus und von dort aus über Ein Kerem wieder zurück nach kiriat Hayoval.

Eine feierliche Ruhe lag über der Stadt, nur unterbrochen von spielenden Kindern und singenden Männern aus den vielen Synagogen hier.

Dann ging es weiter über einige der vielen Spielplätze in der Umgebung. Als Deutsche konnten wir es uns natürlich nicht nehmen lassen, trotz des Feiertags unserer Lieblingsbeschäftigung nachzugehen- Autofahren! Hier ist die Katrin am Steuer 🙂

Weiter ging es die Henrietta Szold (Straße) entlang- zu unserer Rechten dann liegt eines der grünen Täler von Jerusalem das Svedish Village und dort in der Nähe ist dann auch eine super goldene russisch-orthodoxe Kirche:

Weiter die Straße entlang, kommt man irgendwann zu DEM Krankenhaus in Jerusalem- dem Hadassah. Ein richtig großer Komplex:

Ich hatte kurz überlegt nach Tel Aviv an den Strand zum Wasser zu fahren- den Gedanken wegen der fehlenden Autos jedoch schnell verworfen. Wir sind weiter und waren dann nach etwa eineinhalb Stunden doch auch auf der Suche nach etwas Trinkbarem- leider hat ja alles geschlossen und so sind wir weitergelaufen-in Richtung Hause. Auf dem Weg kamen wir dann dem ersten benutzten Auto entgegen.

Aber alles kosher hier. Man  muss halt nur wissen wie! Uns kamen immer mal wieder ein paar verstreute Fahrradfahrer oder Touristen entgegen, die diesen Weg entlang der Natur auch so genossen wie wir. Die meiste Zeit aber begleitete uns eine angenehme Ruhe.

Und dann waren wir nach gesschätzten 2 Stunden in Ein Kerem. Ein Kerem ist der Stadtteil in Jerusalem, zu dem man am Shabat geht- denn der einzige in Westjerusalem, wo alle Cafès und Restaurants offen haben. Aber an diesem Shabat nicht, denn am heiligsten Tag kommt auch das Einkaufs und Ess- Leben in Ein Kerem zum erliegen.
Weiter durch Ein Kerem gab es dann wieder die schon fast zur normalität gewordenen Zeltlager- es war nicht ganz klar, ob das Solidaritätszelte waren oder ob sich die Leute dort wirklich keine Wohnungen leisten können, aber diesen Gedanken am Eingang des Zeltlagers find ich gut:

Und nach Ein Kerem folgte der schwierige Aufstieg in die Hochebenen von Jerusalem. Doch auch die meisterten wir und waren nach Zweieinhalb sehr kurzen Stunden wieder in Kiryat HaYoval. Wenn man einmal die ganzen Berge und Täler wegnimmt, ist Jerusalem doch garnicht sooo riesig. Es wirkt halt nur oft so.

Back Home genieße ich gerade einen Zitronentee und merke, dass die Sonne langsam aber sicher untergeht. Morgen gehts weiter mit dem Balagan und dem Hupen und der Hektik, aber solange genieße ich noch die Stille und fange an hebräisch zu lernen! Bis später!