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Die einzige Demokratie des Nahen Ostens (1)

Israelische Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren helfen in der Modiin Umgebung jetzt der „Israeli Border Police“ (Grenzschutz). Gedacht ist das einerseits um die Strassen sicherer zu machen, andererseits um den „Jugendlichen eine sinnvolle Beschäftigung zu geben, den Grenzschutz zu verstärken, mehr Freiwillige zu gewinnen und ein Kameradschaftsgefühl unter den Jugendlichen zu schaffen“. Finanziert wird der so genannte „Noar Magav“ (Grenzschutzjugend) von dem Bezirk Modiin und dem israelischen Ministerium für öffentliche Sicherheit.

Die Hauptaufgabe besteht darin, Illegale Palästinenser zu finden, gefangen zu nehmen und dorthin zu schicken „wo sie hingehören“. Wie der Teilnehmer Reut sagt, suchen sie die Palästinenser generell, weil sie „Kinder verängstigen“. Für ihn ist das „eine Art des Vergnügens.“ Aber auch das Sichern einiger Siedlungen in der Umgebung und das Stehen an Checkpoints ist Teil der neuen Freizeitbeschäftigung. Um das alles zu erlernen, gibt es einen mehrtägigen Kurs, an dem die Teilnehmer unter anderem auch den Umgang mit M16 Maschinengewehren erlernen, die sie dann in den Operationen auch immer dabei haben. Ein weitere Teilnehmer sagt zu seinem freiwilligen Dienst für mehr Sicherheit:

“It’s a fun feeling – you are filled with adrenaline and energy during such operations. We also feel pride for protecting our home. For instance, one time we went to a construction site and found a few of them there. We saw them hiding and we caught them, took their identification cards, sat them down in the vehicle, and called our commander to come check them.”

Hier ist der Haaretz-artikel. Hier Bilder aufgenommen vom Alternative Information Centre.

Während einige Kritiker zu Recht auf den Militarismus hinweisen, der durch dieses Programm in die Köpfe der Jugendlichen gepflanzt wird, möchte ich einen ganz anderen Punkt ansprechen:

Denn ich frage mich nur, hat Israel das „Optional Protocol on the Involvement of Children in Armed Conflict“ unterzeichnet? Dort ist nämlich geschrieben:

Artikel 1:
States Parties shall take all feasible measures to ensure that members of their armed
forces who have not attained the age of 18 years do not take a direct part in hostilities.

So, “direct part in hostilities” also „unmittelbarer Teil in Feindseligkeiten“
sehe ich schon gegeben, wenn man an Checkpoints steht oder Siedlungen schützt mit Waffen oder aber Angehörige der anderen Seite dieses bewaffneten Konflikts durchsucht, anhält, einsperrt, fängt. Und haben sich die Verantwortlichen nicht genau auf diese Art der direkten Teilnahme an Feindlichkeiten vorbereitet, wenn man diese Jugendliche an Waffen schult und ausbildet?! Ich denke nicht, dass irgendetwas Passiv am Tragen von schussbereiten Waffen ist.

Der nächste Streitpunkt ist der Ausdruck „armed forces“ (Streitkräfte).
Die Magav also der Grenzschutz ist nämlich ein Teil der israelischen Polizei, die wahrscheinlich nicht als Streitkräfte “member of armed forces“ zählen, ganz bürokratisch gesehen sind sie das ja auch nicht.

Artikel 4:
1. Armed groups that are distinct from the armed forces of a State should not, under
any circumstances, recruit or use in hostilities persons under the age of 18 years.

Und jetzt haben wir es. Ist die israelische Polizei eine „Armed Group“ also eine bewaffnete Gruppe? Sie sind bewaffnet. Aber sind sie eine Gruppe? Was macht eine Gruppe aus? Eine Ansammlung von Menschen sind sie. Auch eine mit gleichen Ideen, die ein gemeinsames Ziel verfolgen. Reicht das aber damit der Israelisch Grenzschutz unter den Artikel 5 fällt?

Übrigens: Israel unterschrieb dieses Protokoll  (ab Seite 262 Orginaltext auf englisch) am 14.November 2001, am 18.Juli 2005 wurde es ratizifiert.

Die Sache mit der Demokratie für mich ist ja, dass sich ihre einzelnen Teile gegenseitig regulieren und überprüfen können müssen und sollen. Das Bildungsministerium erkennt dieses Programm nicht an und beginnt eine Untersuchung. Während im nächsten Monat also die nächsten 30 Jugendlichen das Training beginnen, setzt sich die Mühle der Demokratie langsam in Gang.

 

Aber zumindest gibt es diese Mühle.

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Israel-Unzensiert

Israel- das heißt endlich einmal das deutsche Herbstwetter verpassen, heute hat es wieder einmal geschüttet, gedonnert und geblitzt. Ich bin völlig durchnässt nach Hause gekommen- werde mir einen Regenschirm kaufen! Laut dem Bekannten einer Freundin soll es seit 20 Jahren nicht mehr so viel geregnet haben.

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Wir sitzen im „Avraham“. Eine Musikkneipe in Westjerusalem- draussen warten Ultraorthodoxe auf den Bus nach Hause. Die Kneipe ist voll, die Stimmung ausgelassen. Der Sänger fragt zwischen zwei Liedern, wer denn überhaupt hebräisch spricht. Zwei Hände gehen in die Höhe. Er lacht und spricht weiter- auf hebräisch.

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Die Knesset diskutiert ein Gesetz, das ausländische Spenden an liberale israelische NGO’s einschränken soll. Meine Aufgabe im Jerusalem Open House ist es, deutsche Spender zu finden.

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18 von 24 meiner Schüler in der ersten Klasse sprechen nur arabisch. Um mich besser verständigen zu können, habe ich jetzt einen hebräisch Sprachkurs begonnen.

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Juden nehmen von vornherein an, ich wäre Christin, Araber fragen argwöhnisch, ob ich Jüdin bin. Wenn ich sage, dass ich nicht an Gott glaube, dann schauen alle entgeistert und verstehen die Welt nicht mehr.

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Die Ausstellungseröffnung für „Avant garde- jüdische Künstler aus Rumänien“ vom IsraelMuseum beginnt am Freitag um 12 Uhr. Um 14 Uhr werden wir herausgeworfen- Shabbat.

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Ein Kilo Äpfel kostet umgerechnet 3 Euro. Ein Kilo Gurken bekommt man schon für 40 Cent.

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Meine jüdisch-arabische Schule begeht keine jüdischen und muslimischen Feiertage sehr groß. Ich soll den Weihnachtsabend mit den Eltern meiner Klasse organisieren und die Schule weihnachtlich dekorieren.

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In der Guatemala haben wir momentan kein Warm Wasser- am Wochenende waren wir in Nahariya. Die Freiwilligen dort begrüßten uns mit „Ach übrigens müsst ihr kalt duschen hier- der Boiler ist kaputt“.

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Auf der Suche nach einem guten Wein vor dem Besuch meiner alten Dame gehe ich in ein Weinladen bei ihr Um die Ecke. Stellt sich heraus, der Inhaber ist der beste Kumpel des Wächters meiner Schule- er lädt mich ein, mal ein jazzkonzert einer seiner bands zu besuchen- Chitola. Der Wächter ist der Sänger mit der souligen Stimme:

 

 

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Feiern auf israelisch: 50 Schekel macht ein Bier und ein paar mal Nippen, zwei Shots, ein paar Gläser Wein und ein Schnapps bei einer Feierbekanntschaft zu Hause und die Taxifahrt wieder nach Hause.

Das ist Israel… to be continued

Meine Arbeit- die Schule (Teil 1)

Jaaa, ich arbeite wirklich schwer zu glauben? Für mich momentan auch. Aber sind auch nur noch zwei Wochen, dann habe ich wieder eine Woche muslimische Feiertage 🙂 I love my school^^

Ich arbeite in der
„Max Rayne School A Hand in Hand School for Bilingual Education in Jerusalem“

Das Eingansschild- so in etwa sehen alle Aufschriften aus! 😉

Die Fakten

Diese Schule ist die größte Zweigstelle des “Hand in Hand”(hebr. Yad be Yad) Projektes in Israel. Weitere Ableger gibt es in Haifa(Kindergarten und Grundschule) und Beersheva(Kindergarten) und in Galiläa. Der Schulkomplex hier in Jerusalem beinhaltet einen Kindergarten, eine Grundschule, eine Mittelschule und eine Gymnasialstufe! Insgesamt 530 Schüler und Schülerinnen- vom Kindergartenkind bis zum Abiturient- lernen und leben zusammen Toleranz. Das Ziel dieses Projektes ist es nämlich eine Verständigung zwischen jüdischen und arabischen Israelis durch eine gemeinsame Schulzeit mit allen Kulturen, allen Identitäten, allen Religionen und beiden Sprachen zu schaffen. Hier sitzen dann also christliche arabische Israelis, jüdische Israelis mit all ihren Migrationshintergründen und muslimische arabische Israelis gemeinsam in einer Klasse.
Die Max Rayne Foundation übrigens war der Geldgeber für das Gebäude des neuen Gebäudes! Daher der Name.

der Gebäudekomplex

Warum die Schule so einmalig ist bzw. ein Einblick in normale israelische Schulen

Wikipedia formuliert es positiv:

Das (israelische) Schulsystem ist auf die multikulturelle Bevölkerung abgestimmt. Es gibt unterschiedliche staatliche Schulen, deren Lehrplan an spezielle Gesichtspunkte, wie Sprache und Religion der Schüler, angepasst sind. Der kleinere Teil der israelischen Schüler besucht Privatschulen, die unter der Schirmherrschaft religiöser und internationaler Organisationen arbeiten.

Gut gemeint ist es schon, schließlich möchte man in einer multikulturellen Gesellschaft auch alle Identitäten bewahren und lehren; nur findet das hier anscheinend alles in exklusiven Schulen statt- extra Schulen für (Ultra)Orthodox-Jüdische Israelis, russisch-jüdische Israelis, Ethiopisch-jüdische Israelis, amerikanisch-jüdische Israelis und so weiter und so fort und Araber. Jeder kocht sein eigenes Süppchen, jeder hat seine ganz eigene völlig korrekte Wahrheit und baut sich sein eigenes exklusives Weltbild. Das erste, was das ganze wieder aufbrechen kann, ist dann ironischerweise der Armeedienst. In diesem verrückten Land trägt die Armee wirklich zu Toleranz und einem friedlichem Miteinander bei. Zumindest unter denen, die dienen- die beiden größten Gruppen, die nicht dienen sind dementsprechend auch die, die am meisten Probleme mit dem israelischen Mainstream haben- Araber und Ultraorthodoxe. Nur der vollständigkeitshalber- beide Gruppen sind auch vom Armeedienst befreit. Das ist auch gut gemeint, Araber für den jüdischen Staat zum Kampf gegen andere Araber zu verpflichten, hört sich irgendwie genauso wenig kosher an, wie sehr Religiöse Menschen in ihrem Glauben einzuschränken und zum Dienst and der Waffe zu verpflichten.
Wie dumm nur, dass gut gemeint noch lange nicht gut ist!

Das Yad beYad Projekt versucht diesen multikulturellen Aspekt der Gesellschaft anders zu bewahren, nämlich durch ein Zusammenleben und lernen und einem aktiven Auseinandersetzen mit „dem Anderen“, vor allem bezogen auf die beiden großen Gruppen von Juden und Arabern!

Das Prinzip

Das Logo des Hand in Hand Projektes

dafür ist eigentlich leicht erklärt- es gibt einfach alles doppelt. Es gibt einen jüdischen und einen arabischen Direktor, einen jüdischen und arabischen Hausmeister, einen jüdischen und einen arabischen Kunstlehrer, jüdisch und arabische Sportlehrer, pro Klasse gibt es zwei Klassenlehrer (einen jüdischen und einen arabischen) und alle Aufschriften gibt es in, wer hätte es gedacht, hebräisch und arabisch (und englisch). Zu den Klassenlehrern muss ich noch sagen, dass sie nicht ihre Klassen behalten über mehrere Jahre wie in Deutschland, sondern dass sie in ihrer Klassenstufe bleiben und dadurch spezialisiert auf den Stoff der einzelnen Klassenstufen sind, aber die Schüler jedes Jahr wechseln.

Im Prinzip ist der Unterricht in Stunden mit den Klassenlehrern parallel auf hebräisch und arabisch und wenn es nur einen Lehrer gibt, dann unterrichtet der Lehrer in seiner Muttersprache. In den oberen Stufen ist es dann teils auch so, dass die Schüler mit dem gleichen Buch, aber jeder in seiner Muttersprache arbeitet. Insgesamt ein Riesensprachengewusel! 🙂 Und bei politischen Themen versuchen die lehrer vorher erst einmal untereinander zu diskutieren, um dann gemeinsam eine Linie für diese Diskussionen zu haben. Morgen Abend zum Beispiel treffen sich die Lehrer, um über Gilads Freilassung zu sprechen- da das Bildungsministerium eine Anfrage an alle Schulen geschickt hat, dass das besprochen werden soll. Und der Geschichtsunterricht- ich kann es mir eigentlich nicht vorstellen, aber alle sagen mir, dass im Unterricht über „israel“ ein jüdischer und ein arabischer lehrer zu einem geschichtlichen Zeitpunkt beide Perspektiven lehren und erklären und diese dann vergleichen. Das muss ich mir definitiv einmal anschauen später, wenn ich das ganze dann verstehen kann!

Wie das Prinzip in der alltäglichen Praxis aussieht, das werde ich dann bestimmt auch im Laufe des Jahres mitbekommen! 🙂

Vielleicht noch kurz. Weil es eine jüdisch-arabische Schule ist, läuft auch einiges wie Ferien und Schulzeiten anders als in anderen Schulen:

Die Unterrichtszeit in normalen staatlichen israelischen Schulen geht von ca. 8 Uhr bis 13:30! Hier bis 15:30, weil man möchte, dass die Kinder möglichst lange miteinander spielen, essen, lernen und leben. Die Zeit zwischen 13:30 und 15:30 wird dann aber nicht mehr aus öffentlichen Mitteln finanziert, sondern von den Eltern, was diese Schule zu einer Art halb-privaten halb-öffentlichen Schule macht.

Heute erst musste ich erfahren, dass Yad beYad nicht mehr Ferien hat, als andere öffentliche Schulen auch, sondern dass die Zeiten einfach nicht nur auf jüdische, sondern auf jüdische, muslimische und christliche Feiertage verteilt sind.

Soweit also erst einmal generell zu meiner Schule! Was ich da genau mache, kommt dann später! 🙂

Sukkot Spaziergang

10 Tage Nach RoshHaShana, dem jüdischen Neujahr, gibt es wie schon erwähnt Yom Kippur, den höchsten jüdischen Feiertag, an dem Gott das Urteil über jeden einzelnen Menschen in sein Buch schreibt. Kurz danach gibt es dann Sukkot. An Sukkot errinnert man an den Auszug aus Ägypten, weshalb es die Sukhas gibt, in denen man zu dieser Zeit leben soll. Auch „Laubhüttenfest“ genannt, hat es eine ziemliche Ähnlichkeit mit einem „Erntedankfest“ und geht hier über 8 Tage (12.Oktober bis 20.Oktober). Aber Miriam Woelke kann das alles viel besser erklären!

Da ich in  der jüdisch-arabischen Schule arbeite, hab ich jetzt also nach einer Woche „auf Arbeit“ Ferien. Über diese Woche im Unterricht sitzen, Kinder bespielen und sich an das Chaos gewöhnen werd ich aber erst später berichten, denn unsere Wanderung im Golan war sehr sehr entzückend:

Am 11.Oktober sind Katrin und ich mit dem Egged-Bus (die hiesige israelische Busgesellschaft) nach Afula gefahren, um dort erst einmal eine Nacht im Beit Uri bei einem Mitfreiwilligen von uns zu übernachten und die anderen dort zu treffen! Das Beit Uri ist ein anthroposophisches Dorf für Menschen mit Behinderung- an dem Abend saßen wir dann in der Runde mit bestimmt 10 weiteren Freiwilligen- natürlich alle aus Deutschland.

Am nächsten Tag gings dann weiter in den „Nahal Yehudiya“ Nationalpark! Leider sind wir erst ziemlich spät angekommen, so konnten wir dann nur einen kleinen Spaziergang machen: An Savanne und einem 2000 jahre alten jüdischen Dorf (also den Ruinen) vorbei, dann ein paar meter nach unten und dann endlich an einem Wasserfall und Pool! Very nice!
Der Eingang

Die Ruinen des 2000 jahre alten jüdischen Dorfes

Das Panorama

Joana und ich im Wasserfall

Silas,Katrin, Joana, Felix, ich und unsere neuen israelischen Freunde

Wie man an dem letzten Bild sieht, ist es unglaublich einfach in Israel leute zu finden, mit denen man etwas unternehmen kann. Die Israelis dort hatten wir gerade an dem Wasserfall getroffen, dann auf eine Shisha, Kaffee und Kuchen eingeladen und prompt haben wir den Abend mit Ihnen in einer entlegenen Campingstelle verbracht, zu der sie uns mit dem Auto gefahren haben. Das Essen wurde zusammengelegt und alle hatten eine tolle Zeit.

Vollmond im Golan

Nein, da haben wir nicht übernachtet, aber der Vollmond war trotzdem sehr nice. Wir lagen abends dann etwas in der Pampa, ziemlich in der Nähe der jordanischen bzw. syrischen Grenze und haben den Mond angeschaut und den Kojoten beim Mondanheulen zugehört, wenn nicht gerade unsere Handys wieder sms von orange (israelischer anbieter) oder syrischen und jordanischen Anbietern erhalten haben. Ich war in Jordanien laut Handynetz, Felix 2 meter neben mir, war in Syrien und Katrin hatte gerade wieder eine Benachrichtigung von israelischer Seite erhalten. Was lernen wir daraus: Alle streiten sich um den Golan!
Am nächsten morgen erst haben wir dann wirklich gesehen, wo wir übernachtet haben:

Unser Übernachtungsplatz

Zum Frühstück haben die Israelis uns dann Schackschuka gemacht und wir Kaffee und dann gings auch bald los. Tramping bis wir wieder am Nationalpark angekommen sind. Das war schon nen Ritt- zu fünft haben wir uns in zwei Gruppen aufgeteilt und von 9 bis ca. 11/12 gebraucht, um wieder am Startpunkt anzukommen. War aber auch Feiertag, muss man dazusagen!

Nach dem aufstehen

Katrin und Joana beim Schackschuka essen

Auf geht's, Trampen!

Und dann gings endlich los!

Ab Laufen, diesmal den längeren Weg, vorbei an 3 Wasserpools sollte es zu einem Wasserfall gehen. Erst einmal dann 400(?) Stufen Steinbrocken nach unten und dann weiter über Steine und Bäche ans Ziel. Eine sehr schöne Wanderung, die gleich mal wieder mit einem tollen Blick begann:

Da ganz nach unten, dahin müssen wir!

Wir sind eine echte zeit gelaufen und haben dann an den kleineren Pools angehalten und sind in wirklich kühlem Wasser baden gegangen, bevor wir dann an dem Pool angekommen sind, zu dem wir auch wollten- die Jungs sind dann erst einmal Springen gegangen!

Am Ziel: Felix auf dem Weg ins Wasser

Und dann gings gezwungenermaßen wieder 400 Stufen Steinbrocken nach oben- das war irgendwie schon anstrengend, aber oben angekommen, ist die Sonne langsam aber sicher untergegangen und hat einen tollen Blick über das Tal und den See Genezareth gegeben:

Das Tal und der See Genezareth

Ich bin dann an dem Abend noch zurück getrampt (im Auto mit zwei älteren Russen, die grade vom Fischen kamen), weil am nächsten Tag eine Einladung zum ShabbatEssen bei einer Lehrerin meiner Schule auf dem Programm stand. Der Rest ist noch weitergewandert.

Ich weiß noch nicht genau, wann ich das nächste mal wandern gehen werde. Vielleicht anfang November, denn da ist genau am 6. November das muslimische Opferfest. In Yad beYad, wie in allen arabischen Schulen in Israel, hat man in dieser Zeit frei- ich vom 6. bis zum 10.November.

bis dahin wünsche ich schöne Tage

Yom Kippur Spaziergang

Heute Morgen saßen Katrin (eine der Mitbewohnerinnen) und ich erst eine Weile auf unserem Dach, doch dann hat uns die Neugierde gepackt. Was ist an Yom Kippur in Kiryat Hayoval und Umgebung los?

So sind wir losmarschiert, mit Sack und Pack und einer Kamera und haben uns das Treiben angeschaut. Über Kiriat Menahem ging es zum Hadassah Krankenhaus und von dort aus über Ein Kerem wieder zurück nach kiriat Hayoval.

Eine feierliche Ruhe lag über der Stadt, nur unterbrochen von spielenden Kindern und singenden Männern aus den vielen Synagogen hier.

Dann ging es weiter über einige der vielen Spielplätze in der Umgebung. Als Deutsche konnten wir es uns natürlich nicht nehmen lassen, trotz des Feiertags unserer Lieblingsbeschäftigung nachzugehen- Autofahren! Hier ist die Katrin am Steuer 🙂

Weiter ging es die Henrietta Szold (Straße) entlang- zu unserer Rechten dann liegt eines der grünen Täler von Jerusalem das Svedish Village und dort in der Nähe ist dann auch eine super goldene russisch-orthodoxe Kirche:

Weiter die Straße entlang, kommt man irgendwann zu DEM Krankenhaus in Jerusalem- dem Hadassah. Ein richtig großer Komplex:

Ich hatte kurz überlegt nach Tel Aviv an den Strand zum Wasser zu fahren- den Gedanken wegen der fehlenden Autos jedoch schnell verworfen. Wir sind weiter und waren dann nach etwa eineinhalb Stunden doch auch auf der Suche nach etwas Trinkbarem- leider hat ja alles geschlossen und so sind wir weitergelaufen-in Richtung Hause. Auf dem Weg kamen wir dann dem ersten benutzten Auto entgegen.

Aber alles kosher hier. Man  muss halt nur wissen wie! Uns kamen immer mal wieder ein paar verstreute Fahrradfahrer oder Touristen entgegen, die diesen Weg entlang der Natur auch so genossen wie wir. Die meiste Zeit aber begleitete uns eine angenehme Ruhe.

Und dann waren wir nach gesschätzten 2 Stunden in Ein Kerem. Ein Kerem ist der Stadtteil in Jerusalem, zu dem man am Shabat geht- denn der einzige in Westjerusalem, wo alle Cafès und Restaurants offen haben. Aber an diesem Shabat nicht, denn am heiligsten Tag kommt auch das Einkaufs und Ess- Leben in Ein Kerem zum erliegen.
Weiter durch Ein Kerem gab es dann wieder die schon fast zur normalität gewordenen Zeltlager- es war nicht ganz klar, ob das Solidaritätszelte waren oder ob sich die Leute dort wirklich keine Wohnungen leisten können, aber diesen Gedanken am Eingang des Zeltlagers find ich gut:

Und nach Ein Kerem folgte der schwierige Aufstieg in die Hochebenen von Jerusalem. Doch auch die meisterten wir und waren nach Zweieinhalb sehr kurzen Stunden wieder in Kiryat HaYoval. Wenn man einmal die ganzen Berge und Täler wegnimmt, ist Jerusalem doch garnicht sooo riesig. Es wirkt halt nur oft so.

Back Home genieße ich gerade einen Zitronentee und merke, dass die Sonne langsam aber sicher untergeht. Morgen gehts weiter mit dem Balagan und dem Hupen und der Hektik, aber solange genieße ich noch die Stille und fange an hebräisch zu lernen! Bis später!

Am Tag vor Yom Kippur

Das war am 6.10.2011 Abends an der Klagemauer. Tausende Menschen, die zusammen um Vergebung für die Sünden des letzten Jahres gebeten haben! Denn 10 Tage vorher an RoshHaShana werden Juden von Gott für das letzte Jahr gerichtet und an Yom Kippur wird das Urteil unterschrieben. Miriam Woelke hat es sehr schön auf ihrem Blog zusammengefasst.

Wir waren auf jeden Fall dort und haben uns das Ganze einmal aus nächster Nähe angesehen:

Es war irgendwie sehr bewegend, selbst wenn ich so garkeine Verbindung zu Yom Kippur habe- diese feierliche Athmosphäre, das Beten/Singen und die Tausenden Menschen. Der Charme Jerusalems!

Heute ist dann Yom Kippur und in Israel nichts los- die Straßen sind leer- es gibt nicht einmal mehr Taxis! Alles ist ruhig, bis auf die spielenden Kinder auf der Straße. Es wird gefastet- selbst auf der Straße sichtbar Wasser oder Essen mit sich herumzutragen soll wohl sehr verpönt sein. Ich esse dann einfach zu Hause im stillen Kämmerlein, wo es niemand sieht!

Balagan

Kommt aus dem hebräischen und heisst Chaos oder Unordnung!

So genau könnte man unsere Wohnung am zweiten Tag des Putzens bezeichnen. Mittlerweile ist nicht mehr zu erkennen, dass das eine Wohnung war und ist und sein wird und sie sieht auch jetzt schmutziger aus als gestern. Aber es muss ja alles erst schlechter werden, damit es besser wird. Momentan ist sie einfach nur balagan! Und alle in ihr sind völlig meschugge!
Und so sieht das dann aus:


Das war übrigens gestern noch die Sitzecke unseres Wohnzimmers…!

Und das hier war mal ein beiges Zimmer, was mal weiß war und wieder weiß gewünscht wird! Deshalb haben wir heute Farbe abgespachtelt. 8 Stunden. Acht. A-c-h-t! Stunden!
Und die Treppe wird auch jeden Tag „schöner“:


Ich hoffe, wir sind demnächst dann mal fertig mit dem ganzen Zeug, dann gibts noch einen Post von danach! Morgen geht es nämlich erst einmal in meine Schule- das heisst auf die Arbeit!  Ein bisschen nervös bin ich ja schon, zumal die Uhrzeit hier heute Nacht auf Winterzeit zurückgedreht wird. Sehr viel Neues für den ersten Arbeitstag also!

Auf eine gute erste Arbeitswoche! 🙂