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Auf nach Polen (Seminarfahrt)

Vom 18. Juni bis zum 24. Juni waren wir Deutschlandfreiwilligen in Polen bei unserer Seminarfahrt.

Am 18. Juni sind wir per ECC, sone Art IC für Europa, von Berlin aus nach Katowice gefahren und dort nach 9 Stunden Fahrt in einen Kleinbus nach Oswieciem umgestiegen. In Oswieciem sind wir in der „Internationalen Jugendbegegnungsstätte (IJBS)“ untergekommen. Sie wurde von ASF und weiteren deutsch- polnischen Initiativen 1986 nach Jahren der Planung aufgebaut. Seitdem beruht die Arbeit auf drei Prämissen:

  • Auschwitz war eine zu schmerzliche Lektion für die Menschheit, als dass man sie vergessen könnte;
  • Aus der Geschichte lassen sich für die Gestaltung unserer Zukunft Lehren ziehen;
  • Durch gegenseitiges Kennenlernen und Beschäftigung mit der Geschichte können Ängste, Vorurteile und Feindseligkeiten abgebaut werden.

Die IJBS ist ein sehr modern eingerichtetes Haus und die Zimmer sind, gemessen an meinen Erfahrungen von „Jugendherbergen“ echt schick, hell und sauber. Unser Zimmer war ein 4-Bett Zimmer, 2 haben unten auf Betten geschlafen und zwei haben oben auf einer Art, ja- eine Art Hochbett- das mehr einer zweiten Etage im Zimmer ähnelte- dort auf Matratzen mit Lattenrosten.

Einer der ersten Programmpunkte war eine Stadtführung durch Oswieciem von einer ASF Freiwilligen, die dort im jüdischen zentrum arbeitet. Ja, es gibt ein jüdisches Zentrum dort, wo ehemals eine der Synagogen gestanden hat. Das Zentrum ist eine Mischung aus Museum und einer wirklichen Synagoge, die leider aber nur noch von Besuchern genutzt wird, da die jüdische Bevölkerung Oswieciems entweder getötet wurde oder aber nach dem Ende des Krieges nicht mehr nach Oswieciem zurückgekehrt ist. Vor dem Krieg lebten in Osweiciem 7000 Juden, bei einer Bevölkerung von ca. 12000 Einwohnern. Man sollte meine, dass die Meisten, die nach Ausschwitz fahren, sich auch die Stadt einmal kurz anschauen- oder zumindest das jüdische Zentrum in der Stadt. Die Zahlen beweisen Gegenteiliges: Von ca. 1.000.000 Besuchern, die 2010 in Ausschwitz waren, haben sich etwa 20.000 auch das jüdische Zentrum angeschaut. Ich bin froh, dass ich diese Stadt auch als kleine aber feine Stadt hab kennenlernen können und nicht nur als „Ausschwitz“.

Am nächsten Tag ging es dann in das Stammlager von Ausschwitz. Es war interessant zu sehen, wie genau dieses Lager real aussah und aussieht. In meiner Vorstellung war zum Beispiel das „Arbeit macht frei“-Tor, der Beginn des Lagers. In Real ist es in den ganzen Komplex mit eingearbeitet gewesen.Hier ein paar Eindrücke:


Leider war die Führung und die Guide überhaupt nicht nach meinem Geschmack. Zumindest war es so, dass sie uns wie jede x-beliebige Touristengruppe durch das Museum gescheucht hat. Wenn die Gruppe aus 90% Freiwilligen besteht, die selber Führungen in Gedenkstätten geben, ist das irgendwie nicht zielführend. Sie hat zumindest versucht, eine Führung zu geben, die auf „Schockpädagogik“ hinzielte. Ob das generell angebracht und nutzbringend ist, da kann man sich streiten, aber in diesem speziellen Fall wirkte es teils makaber. Als wir in der Gaskammer I standen, redete sie die ganze Zeit davon, dass das ja nur die kleine Kammer sei- hier konnten nur 600 bis 800 Menschen auf einmal vergast werden. Am nächsten Tag würden wir die großen Kammern sehen, die sind nämlich in Birkenau.

Nichts desto trotz war es gut, dort gewesen zu sein. Am nächsten Tag waren wir dann in Ausschwitz Birkenau und da waren weniger Touristen, weniger Gehetze und eine Guide, die ganz simpel- weniger geredet hat. Wir haben jeder eine Blume an einen Platz unserer Wahl niedergelegt, einen Text gelesen und uns unsere eigenen Gedanken machen können.

Und dann ging es weiter- ab in das heutige Polen. Ab nach Krakow. Ehemals eine Hauptstadt Polens und eine wirklich wunderbare und wunderschöne Stadt. Wir haben auch ab da an Glück mit dem Wetter gehabt, blauer Himmel und Sonnenschein den lieben langen Tag. Also die zwei Tage, die wir noch in Krakau waren. Mit etwa 130.000 Studenten bei 700.000 Einwohnern auch eine sehr junge Stadt. Dann natürlich das grüne Ufer der Weixel. Auch sehr sehr schön. Und nicht zu vergessen, einen unglaublichen Charme, den diese Stadt ausstrahlt! Ganz offiziell sage ich: ich werde wieder kommen! :

Das war dann auch Krakau Sightseeing! 🙂 Obwohl eines habe ich vergessen- das Kreuzköln von Krakau, das alternative Kneipen und Studentenviertel: Kazimierz. Ehemals war es eine Stadt neben Krakau, vorallem mit jüdischer Bevölkerung. Heute sieht das ganze dann so aus:

Und wer kann mir sagen, was das auf dem Foto ist??:

Ja, das war Polen.

Und nun geht es morgen weiter zum 50 jährigen Jubiläum von ASF in London und 10 jährigen Jubiläum des trilateralen Programms mit Polen, Deutschland und Groß-Britannien. Das Jubiläum ist am 7./8.Juli und ich bleibe noch bis zum 12. Juli in London!

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